Der Schumannplatz

Der 11. September 2003 in unserer Stadt

Eine Blitzaktion. 8.00 Uhr wurden die Bäume markiert, 8.30 rollte die schwere Technik an. Es sollte anscheinend keine große Diskussion entstehen. Natürlich waren alle diese Bäume krank, oder ist da jemand anderes krank? Ich lebe und arbeite seit über 50 Jahren in unmittelbarer Nähe, aber mir ist nicht aufgefallen, daß dort schon einmal größere Äste abgebrochen sind. Die Robinie hat sehr hartes elastisches Holz




            

Wenige Tage später wurden die Baumstümpfe bis tief ins Erdreich hinein geschreddert, warum? anderswo bleiben die Stümpfe auch stehen. Waren die Bäume doch nicht sooo krank?

 Ich suche alte Fotos von 2001- 2003 wo die Robinien noch im vollen Saft standen.


            

Dieser Baum war viele Jahre umgeben von großen Felsbrocken, eigentlich sehr dekorativ und auch als Sitzgelegenheit zu benutzen. Irgend jemanden störten diese, oder es war zu mühsam das darunter wachsende Gras zu bearbeiten. Also weg damit. Nun wuchs auf der Baumscheibe Gras. Es war anscheinend auch sehr mühsam dieses kurz zu halten, mit der Großtechnik womit die Wiesen gemäht wurden war das sicher nicht möglich. Also weg damit. Jetzt ist nur noch Dreck da, je nach Witterung entweder Schlamm oder Staub.


Stalintempel am 8.5.53 geweiht

 


 

Aber es wurden auch neue Bäume gepflanzt!

Die Äste stoßen allerdings schon jetzt gegen die Fensterscheiben und die Wurzel wurden in einen kleinen Betonsarg eingesperrt. Es sollen sicher Bonsaibäumchen werden.

 

 


 

                                                                                                                                    

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22.11.04


 

Bedeutung von Bäumen und Büschen für die Umwelt

Dies ist zwar Biologie-Stoff  der 6. oder 7. Klasse, aber vielen Menschen, auch Verantwortliche in der Stadtverwaltung, ist dieses Wissen abhanden gekommen oder sie wenden dies nicht in ihren Handeln an.

Klimaschutz

Die Bäume und Büsche gleichen tägliche und jährliche Temperaturschwankungen aus, erhöhen die Luftfeuchtigkeit. Sie sorgen für Schatten, durch die Wasserverdunstung wird die Temperatur gesenkt.

Große zusammenhängende Waldflächen in der Nähe von Städten können das Klima positiv beeinflussen. Die Temperaturunterschiede zwischen Wald und Stadt bewirken einen ständigen Luftaustausch. Dadurch gelangt reine und qualitativ bessere Luft in die Siedlungsgebiete.

Luftreinhaltung

Die Bäume und Büsche filtern Straßenstaub (in der neu entdeckten Feinstaub-Problematik ein wichtiger Faktor), Abgase und radioaktive Stoffe aus der Luft. Je größer die Laubmasse um so größer die Filterwirkung. Sie wandeln Kohlendioxid in Sauerstoff um.

Windschutz

Erholungsort

Grün wirkt beruhigend.

Lärmschütz

in der Stadt vor allem Straßenlärm

Sichtschutz

Lebensraum

für Tiere: Insekten, Spinnen, Vögel, Säuger

Lieferant von Biomasse (Laub)

zur Verbesserung der Bodenqualität durch Düngereintrag. Als Temperatur- und Feuchtigkeitsausgleich für den Boden. Als Lebensraum für Mikroorganismen und Kleinlebewesen, die wiederum Nahrung für die höheren Lebewesen bilden.  Die Lebewesen im Boden locken diesen auf, so kann Regenwasser besser in den Boden eindringen und es läuft nicht als Oberflächenwasser ab, belastet die Kanalisation, die Bäche und Flüsse (Hochwasserschutz) Das Laub wird aber akribisch auch zwischen den Büschen entfernt, so daß als einziger Dünger für das Stadtgrün die Hundehaufen bleiben.

Die Bodenqualität ist natürlich wichtig für das gute Funktionieren dieser vielen Aufgaben der Pflanzen.

Dies gilt natürlich auch für die Bäume in der Stadt!


2003 im Frühjahr wurden die Büsche am Schumannplatz, die fast alle über mannshoch waren und einen Schutz gegen die verkehrsreichen Straßen bildeten (auch Vögel nisteten darin) alle auf kniehöhe eingekürzt, auch die kurz vor der Blüte stehende Forsythien. Ich dachte eine (radikale)Verjüngungsmaßname, aber 2004 kamen die ABM-Kräfte wieder und verjüngten die verjüngten Büsche nochmals. Es werden auch immer viele neue Pflänzchen in die Erde gesteckt, diese erleben aber oft den Herbst nicht. Fotos von den Schumannplatz wie er einmal war habe ich leider an diesen Stellen nicht gemacht. Im Frühjahr folgen Bilder vom jetzigen Zustand, um dann in ein paar Jahren zu sehen was davon übrig geblieben ist.


Damit die Städter nicht an Sauerstoffvergiftung leiden müssen, wird das Stadtgrün weiter reduziert mal hier ein Bäumchen mal da ein Busch.

 

21.02.05, am 22.2.05 weg.

 


Nun gibt es auch einmal etwas positives zu berichten! 04.04.05

Neue Bäume wurden gepflanzt

         

         

 

Es dauert aber mindesten 20-30 Jahre bis die neuen Bäume ähnliche Funktionen erfüllen wie die gefällten. Auch ist mir die Wuchsgröße der Bäume nicht bekannt, Zwergwuchs oder richtige Bäume. Es sind einige Ahorne (Baum 1 und 4) dabei. Die Bäume 2 und 3 sind, was man jetzt schon sieht, kleinwüchsig


moderne Kunst

23.04.07


04.07.08

Zum zweiten oder dritten mal werden die Sträucher in diesem Jahr verjüngt

Die Aufgaben von diesen Büschen wurden oben schon geschildert.

Jedes Kraut und jedes Blatt wird zwischen den Büschen herausgescharrt, übrig bleibt nur Staub, Dreck und ein betonartiger Boden. Wären nicht die Hundehaufen müßten die Pflanzen verhungern. Aus den Blättern bildet sich in Zusammenarbeit von Regenwürmern und anderen Bodenorganismen Humus. Die Regenwürmer lockern auch den Boden auf, damit Luft an das Wurzelwerk gelangt.

  

Frühling 2011

Bergahorn

 

 

 



 

 

Hier leistet man sich eine teuere Fußbodenheizung, sinnvoller wäre das Geld angelegt hätte man die Fernheizungsrohre unter den Weg oder unter Fußwegen angelegt.

kräftiger Pflanzenwuchs, Dank der intensiven Düngung durch die Hunde


14.04.15












Klangraum

 

stündlich zwischen 10.30 und 17.30 Uhr erklingt das Glockenspiel